März KW 12

 

Die letzte Woche Schule. 4 x Theater in einer Woche sind fast zu schön.
Montag: kommt Eulenpost mit lieben Worten.
Dienstag: treffen wir uns in Biberhachs Lieblingbar und so sitzt man mit Popcorn im ältesten Kinosaal der Stadt, schaut sich Kitschtriefende Schnulzen an und kichert sich die schwülstigen Stellen weg.
Mittwoch: flitzt man an den See, schnuppert Theaterluft und sieht Romeo & Julia in einem Baucontainer. Die Hauptdarsteller sind halb so alt wie wir und tauschen Hosen unter der Bettdecke. Reimen im Glitzerfummel und spielen Shakespeare an die Wand.
Donnerstag: Tag der Mango.
Freitag: Letzter Schultag. Ohne Umwege geht es mit Mademoiselle E. an den See. Theaterfestival. 3 Tage rundumdieUhr-Donnerstage. Das Herz hüpft Hochhaushoch. Es wird geschmunzelt und beim Stockkampf lerne ich im Chaos einen Schritt zurückzugehen. Innehalten. Lächeln schenken. Den Überblick behalten damit mich nie wieder ein Schlag unvorbereitet trifft. Ich lerne mehr nützliche Dinge als ein Jahr Didaktik-Seminar zusammen.

Samstag: Vor uns liegt ein Tag. Wir beginnen mit liegenden Achten und im Kopf seh ich mich wie Kung-Fu Panda herumwirbeln. Wir meditieren und üben das fliegen. In der Mittagspause sitzen wir auf Punktedecken und können endlich mal in Augen spickeln die für uns sonst zu hoch sind. Es geht um Bill Cosby und ich sehe Alberich aus dem Lieblingstatort in der Mensa. Stockkampf hat auch mit tanzen zu tun und das tun wir. Jeder wie er mag, dass was kommt. Es ist wunderschön.
Der Aggression eine Richtung geben. Bitte schaffen sie das kompliziert ab und begeben sie sich ins Einfach. Wir reduzieren uns selbst wieder auf unser Wesentliches. Und es hat nichts mit Esotherik oder Hirnspuk zu tun. Es sind die Wurzeln.

Abends sehen wir etwas das etwas ganz besonderes ist. Etwas unbeschreibliches. Es ist Tanz. Es ist die Studie von Ihm&Ihr. Die Musik und der Gesang geht direkt ins Herz. Wie alles. Immer.
Es sind getanzte Emotionen. So als ob jemand deinen Inneresten Kern beschreibt. Das was schon immer da ist, tief drinnen. Wo Worte einfach nicht hinkommen oder wenn es dann da ist beschreiben könnten.
Wir sind sprachlos. Alle. Sitzen noch eine Weile im Theater und philosophieren über Disneytheater und dem Theater und den anderen Stücken die wir gesehen haben. Mein Fazit: Es reicht nicht, dass Theater vor der eigenen Schmerzgrenze anhält. Mit Schonen und Rücksicht haben manche Stücke nichts zu tun. Wir müssen geschubst werden, damit wir uns überlegen ob unsere Richtung noch stimmt. Gegebenenfalls kann Theater Richtungen ändern, wenn man zulässt, dass seine Schmerzgrenze wackeln darf.

Sonntag: Es geht immer viel zu schnell vorbei. So sitzen wir weinend im Kreis und es ist überhaupt nicht schlimm. Sogar schön. Wir sitzen vorm Aquarium wie das Jahr zuvor, als ich dort einen Clown spielte der beim Psychater sitzt.
Das Aquarium tauschen wir zur Turnhalle und sehen wie sich Kinder von der Decke in Bändern fallen lassen, oder auf einem Ball laufen und jonglieren. Wir sind neidisch und stolz.

Wir sitzen noch ewig am See und wollen nicht heim. Wie immer wenn Theater ist.

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