LIEBESBRIEF AN SEBASTIAN

(Dieses kleine Kunstwerk ist ein Kleinod aus meinem Praktikum. 9te Klasse Vorübung zum Poetryslam. Mein liebster Satz!)

 

Ich habe erst einen Liebesbrief in meinem Leben geschrieben. Einen an der Zahl.

Und wie alle Dinge die man so als verliebtes Mädchen das erste mal macht, es war furchtbar aber eben altersgemäß. Also richtig amerikanisch-teenager-film-esque und peinlich.

Der Brief war an Alexander:

Oh, ich weiß es noch genau wie du in der vierten Klasse zu uns kamst und du aussahst, und wir dich dann auch so nannten – Monchichi oder Bubu. Wie dumm Kinder manchmal sind. Bubu..tsss!

Naja, jedenfalls wollte meine Liebe, die mit 12 genauso unbändig durchhielt wie schlechte Frisuren oder die Boygroupbewunderung (ja ich hab sie (fast) alle gemocht, ja da war auch Caught in the Act dabei).


Schämen tu ich mich deswegen nicht.


Also nicht mehr. Als diese ganze Sache sich in der 7ten zuspitze, da schon sehr. Aber heute schau ich da mit amüsiertem Nostalgieblick zurück und denke: hach Alexander!


Du und deine braunen Haare und deine Spitzbubenart, wie du immer über den Fußballplatz gerannt bist und so ein Sportler warst und deine Grübchen. Wenn ihr uns Mädchen ausgelacht habt. Ja, so einer warst du!

Jedenfalls in meiner Liebe zu dir wusste ich mir keinen Ausweg und musste es dir schreiben und dir natürlich noch ein Armband in den Brief hineinlagen. Natürlich. Ein Pfand meiner Liebe. Und so schrieb ich dir einen, meinen ersten Liebesbrief, in der Hoffnung das ich eine Explosion der Romantik erleben würde.

Weil, man das damals so glaubte, mit 14 und weil man mit 14 einer festen Überzeugung war. Was man aber nicht mit bedachte. Jungs.


Ja die sind meistens ein Knackpunkt. In diesem Fall hieß der Knackpunkt Florian.


Ohhhhh Florian, wie ich dich dafür hasste und dir das bis heute übelnehmen könnte, wenn es mich nicht jetzt nach Jahren amüsiert.


Du, der du irgendwie davon mitbekommen hattest, das ich Alexander einen Brief mit meiner Liebe schreiben wollte. Du, der du dann als ich mich ins Klassenzimmer schlich, während die Jungs Kochen hatten und die Mädchen Technikunterricht.


Du, der du dann als ich wieder weg war den Brief, in der Fünf-Minutenpause allen Jungs, also vor versammelter Mannschaft vorlesen musstest.


Du, der du eigentlich noch viel ärmer dran warst als ich, weil DIR noch nie jemand einen Brief geschrieben hat, in dem seine Liebe für dich aufgehoben war.


Du, der du Florian warst und ein armes Würstchen.

Und ich? Ich war eine Woche lang Auslachobjekt und wusste immer noch nicht ob Alexander auch mich mochte. Erst als Daniel, der mir seit der 4ten Klasse immer “Marina, Marina” vor sang, weil ich ihm in der 4ten Klasse mal erzählte das ich lieber so heißen wollte anstatt Annika. Bis er also kam und sagte und mir das Herzarmband gab und meinte. Du, der Alex der will nix von dir! Sei nicht traurig.

Ja so war das mit meinem ersten Liebesbrief. Worum es aber eigentlich gar nicht geht. Es geht jetzt um Sebastian.

Sebastian Krämer und seinen Liebesbrief von mir.

Diesen Herren sah ich einst beim WDR Poetryslam, ich am Fernsehn und er drinnen. Und da erzählte er etwas von Bonn und Terroristen und wenn er einer von ihnen wäre, er würde Bonn angreifen. Damit rechne keiner, meinte er.

Seit jeher liebe ich Sebastian Krämer wegen seiner Worte und vorallem wegen seiner Lieder und eigentlich am meisten für sein Lied das ich einmal meinen Kindern singen werde. Ich übe schon jetzt.

Und hoffentlich kann er Herzen kitten und Flügel zusammen nähen! Aber ich glaube das Sebastian Krämer fast alles kann. Aussehen wir Erich Kästner und Klavier spielen wie ich gerne könnte aber nicht kann weil ich im üben immer zu faul war und nur Titanic noch auswendig spielen kann und ein wenig Kings of Leon. Mit meiner Muttersprache so spielen und Geschichten erzählen die er ins Leben schreibt.

Und im November seh ich in live und in Farbe und auf der Bühne!





2 thoughts on “LIEBESBRIEF AN SEBASTIAN

  1. Also, ja, jetzt halt der Schweizer wieder. Aber ihr Deutschen sagt immer “Züricher Zoo”. Aber es heisst “Zürcher Zoo.” Ohne “i”.

    MERKT EUCH DAS ENDLICH.

  2. und warum ist das ein buchstabe den man da nicht schreibt?
    das ist wie bei wesentlich, man schreibt ein t aber man spricht es nicht… komisch!
    aber jedes individuum hat ja eh eine ideolekt ;)

    aber gut, ich werds meinen schülern von nun an beibringen!

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